Unterricht planen und differenzieren: Antworten für Lehrkräfte
Die Fragen, die im Referendariat und im Schulalltag immer wieder auftauchen – Differenzierung, Verlaufsplanung, Arbeitsaufträge, Bewegungspausen und Förderbedarf. Kurz beantwortet, direkt im Unterricht anwendbar.
Warum ist Differenzierung wichtig?
Inklusiver Unterricht ist längst der Regelfall und nicht die Ausnahme: In fast jeder Lerngruppe sitzen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, mit sehr unterschiedlichen Sprachkenntnissen und mit Lerntempi, die um Faktoren auseinanderliegen. Ohne Differenzierung unterrichten Sie zuverlässig an einem Teil der Klasse vorbei – nach oben wie nach unten.
Differenzierung heißt dabei nicht, drei getrennte Stunden zu planen. Bewährt hat sich ein gemeinsamer Kern – dasselbe Thema, dieselbe Kompetenz, dieselbe Sicherung – mit abgestuften Zugängen:
- Basis: reduzierter Umfang, vorstrukturiertes Material (Lückentext, Satzanfänge, Wortspeicher), ein Arbeitsschritt pro Aufgabe.
- Regel: die eigentliche Aufgabe mit Leitfragen und klarer Ergebnisform.
- Erweiterung: Transfer, zusätzliche Perspektive oder begründete Stellungnahme – kein „mehr vom Gleichen“.
Dazu individuelle Varianten, wo ein Förderschwerpunkt es verlangt: handelnd oder bildgestützt bei Geistiger Entwicklung, Wortspeicher bei Sprache, kontrastreiche Vergrößerung bei Sehen, klar begrenzte Aufträge bei emotional-sozialer Entwicklung. Wichtig bleibt die Anschlussfähigkeit: Wer die Basisvariante bearbeitet hat, muss im Plenum mitreden können.
Mit TeachFOCUS: Sie erhalten drei abgestufte Aufgabenvarianten plus individuelle Anpassungen für die Profile Ihrer Lerngruppe. Stunde planen oder anpassen.
Was bringt mir eine Stundenverlaufsplanung?
Vor allem eines: Durchführbarkeit. Eine Verlaufsplanung zwingt dazu, Minuten, Sozialform, Material und Ergebnis pro Phase festzulegen – und zeigt vor der Stunde, was rechnerisch gar nicht hineinpasst. Sie ist außerdem die Grundlage für Unterrichtsbesuche und macht die Nachbereitung konkret, weil sichtbar wird, welche Phase gekippt ist.
Ein tragfähiges Grundmuster für 45 Minuten:
- Einstieg / Aktivierung: 5–8 Minuten, Stundentransparenz sichtbar machen
- Erarbeitung I: 12–15 Minuten, eine Sozialform, ein Arbeitsauftrag
- Bewegungs- oder Wechselphase: 3–5 Minuten
- Erarbeitung II / Anwendung: 10–12 Minuten
- Sicherung: 6–8 Minuten, Ergebnis wird verschriftlicht oder visualisiert
- Abschluss: 2–3 Minuten, Ausblick und Hausaufgabe
Typische Fehler: Die Minutensumme überschreitet die Stunde, die Sicherung fällt als Erstes weg, es fehlt ein Pufferpunkt zum Kürzen, und Übergänge sind nicht geplant, obwohl gerade sie Unruhe erzeugen. Planen Sie Übergänge als eigene Handlung („Material in die Mitte, dann Blick nach vorn“).
Mit TeachFOCUS: Die Taktung wird auf Plausibilität geprüft, Übergänge und Bewegungsphasen sind schon eingebaut. Stunde planen oder anpassen.
Warum kleinschrittige Arbeitsaufträge?
Weil Arbeitsaufträge selten am Inhalt scheitern, sondern an der Verpackung. Gesprochene Ketten mit vier Schritten überfordern zuverlässig einen Teil der Klasse – nicht nur Kinder mit Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Das Ergebnis ist die bekannte Nachfragerunde und eine Arbeitsphase, die erst nach fünf Minuten läuft. Was zuverlässig trägt:
- Ein Handlungsschritt pro Satz, im Imperativ: „Lies Text A.“
- Zeitangabe nennen und sichtbar machen: „Du hast 7 Minuten.“
- Ergebnisform benennen: „Schreibe drei Stichpunkte in dein Heft.“
- Sozialform und Lautstärke vorher klären, nicht mittendrin
- Ende definieren: „Wenn du fertig bist, vergleiche mit deinem Partner.“
- Nach der Ansage eine Person wiederholen lassen, erst dann Material austeilen
Mit TeachFOCUS: Zu jeder Phase entstehen fertig formulierte Ansagen; einzelne Sätze lassen sich unter „Anweisung umformulieren“ nachschärfen. Stunde planen oder anpassen.
Sind Bewegungspausen sinnvoll?
Ja – wenn sie eine Funktion haben. Eine Bewegungspause soll entweder aktivieren oder beruhigen; danach wird ausgewählt, nicht nach Beliebtheit. Vier erprobte Formate:
- Ecken-Sprint (aktivierend, 5 Min): Ecken mit 1–4 nummerieren, Zahl nennen, alle laufen hin – letzter Durchgang endet mit drei tiefen Atemzügen.
- Platzwechsel (aktivierend, 5 Min): „Alle, die … tauschen den Platz.“ Aussagen an das Stundenthema koppeln, so bleibt der Inhalt aktiv.
- Stille Dehnung am Platz (beruhigend, 2 Min): Schultern, Nacken, Hände; Sprechverbot, Licht gedimmt.
- Zählatmung (beruhigend, 1–2 Min): vier Sekunden ein, sechs aus, fünfmal – wirkt vor Leistungsphasen.
Entscheidend ist die Abbruchregel: ein festes Signal, nach dem alle sitzen. Ohne dieses Signal kostet die Pause mehr Zeit, als sie bringt.
Mit TeachFOCUS: Ein Katalog erprobter Ideen ist hinterlegt und wird direkt in die passende Phase Ihrer Verlaufsplanung gesetzt. Stunde planen oder anpassen.
Was mache ich mit Schüler*innen mit Förderbedarf?
Grundsatz: Struktur sichtbar machen und Anforderungen portionieren. Die Begründung unterscheidet sich je nach Bedarf.
- ADHS: Aufmerksamkeitssteuerung und Impulskontrolle. Aufgaben in sichtbar abgeschlossene Teile zerlegen, Erfolgserlebnisse in kurzen Abständen, leise vereinbarte Refokussierungs-Signale statt Ansprache vor der Klasse, reizarmer Platz.
- Autismus-Spektrum: Vorhersehbarkeit und Reizregulation. Ablauf als Symbolleiste an der Tafel, Wechsel ankündigen, eindeutige statt bildhafter Sprache, Rückzugsmöglichkeit benennen.
- Weitere Schwerpunkte: Wortspeicher bei Sprache, handelnde Zugänge bei Geistiger Entwicklung, kontrastreiches Material bei Sehen.
Dazu der Nachteilsausgleich: Zeitzuschlag, Pausen, getrennter Raum, mündlich statt schriftlich oder technische Hilfsmittel. Er verändert die Anforderung nicht, nur die Bedingungen; geregelt wird er über die Schulgesetze der Länder und schriftlich mit der Klassenkonferenz vereinbart.
Mit TeachFOCUS: Aus den pseudonymen Schüler*innenprofilen entstehen konkrete Tipps, Signale und individuell zugeschnittene Differenzierungen für genau diese Stunde. Stunde planen oder anpassen.
Was kann TeachFOCUS?
TeachFOCUS plant und passt Unterrichtsstunden an. Sie starten entweder mit Ihrem fertigen Verlaufsplan oder nur mit Thema, Fach und Lerngruppe – in beiden Fällen entsteht eine vollständige, unterrichtstaugliche Stunde:
- getaktete Stundenverlaufsplanung inklusive passender Bewegungspause
- Standardkonkretisierung und Ablaufplan mit Symbolideen für die Tafel
- kleinschrittige Anweisungen für jede Phase
- Differenzierung in drei Stufen samt Refokussierungs-Signalen
- Vorbereitungsliste: was Sie vor der Stunde noch erledigen müssen
- fertiger KI-Prompt, mit dem Sie Material bei einer KI Ihrer Wahl erzeugen
Die pädagogische Verantwortung bleibt bei Ihnen: KI-Vorschläge sind vor dem Einsatz fachlich zu prüfen.
Was kostet TeachFOCUS?
Ohne Konto sind 20 KI-Anfragen pro Monat frei, mit kostenlosem Konto 50. Bezahlte Tarife beginnen bei 4,99 € im Monat, für Studierende und Referendar:innen gibt es eine vergünstigte Freigabe. Details stehen auf der Tarifseite.
Was passiert mit meinen Daten?
Ohne Anmeldung bleibt alles im Browser dieses Geräts. Mit Konto werden Ihre Stunden und Klassen in Ihrem persönlichen Bereich gespeichert und geräteübergreifend synchronisiert. Schüler*innenprofile werden ausdrücklich pseudonym geführt – keine Klarnamen. Es gibt kein Tracking und keine Analytics. Näheres in der Datenschutzerklärung.
Stunde planen oder eine vorhandene passend für die Lerngruppe machen.